Ohne uns?

Zukunftsvisionen einer Welt ohne Menschen

17.4.2011, 15:30 Uhr im Kunstverein Hannover, Sophienstraße 2 Eintritt: 3 / 5 Euro

Anlässlich der Ausstellung „Über die Metapher des Wachstums“, die am 16.4. startet und des Theaterprojekts Die Welt ohne uns, das ab 14. April den VI. Akt präsentiert, laden Kunstverein und Schauspiel zu einem Diskussionsforum zur Erkundung eines verstörenden Topos, der sich durch Kunst, Literatur und Wissenschaft zieht: Der entvölkerten Erde. Woher rührt diese Faszination für den abwesenden Menschen? Und kann der Mensch selbt eine Welt ohne ihn überhaupt imaginieren? Was bedeutet eine derartige Utopie für unser gegenwärtiges Handeln? Und wie sind Zeiträume dieser Dimension vorstellbar? – Mit Gesprächspartnern aus Kunst und Wissenschaft, gehen René Zechlin, Direktor des Kunstvereins Hannover und Lars-Ole Walburg, Intendant des Schauspiel Hannover diesen Fragen nach. Der Mediendesigner und Fotograf Thomas Kemnitz zeigt im Virtuellen Museum der Toten Orte (vimudeap.de) weltweit gesammelte, nicht mehr genutzte Gebäude in allen Stufen des Verfalls. Während Kemnitz faszinierende Fotografien entschieden menschliche Spuren dokumentiert, setzt sich der Paläontologe Björn Kröger vom Berliner Museum für Naturkunde mit Zeiträumen auseinander, die sich jenseits menschlicher Einwirkung und am Rande menschlicher Vorstellungskraft befinden. – Zwischen dem Schaudern angesichts verwitterter Geisterstädte und übergroßer Zeitdistanzen, stellt sich die Frage, wieso wir ausgerechnet unsere Abwesenheit erforschen?

Der dänische Künstler Tue Greenfort, der auch in der Ausstellung „Über die Metapher des Wachstums“ vertreten ist, setzt sich in seinen Werken immer wieder mit den fatalen Auswirkungen menschlichen Handelns, mit Umweltverschmutzung und Klimaerwärmung auseinander. Landschaftsarchitekt Johannes Böttger blickt dagegen – berufsbedingt – auf die positiven Möglichkeiten menschlicher Weltgestaltung. Gemeinsam mit Studierenden der Leibniz Uni begleitet er „Die Welt ohne uns“ auf dem Blog www.ohnuns.org. – Zwischen der Idylle künstlich hergestellter Unberührtheit und der überhöhten Gestaltung als Mahnmal unserer Zerstörungskraft, diskutieren die beiden die Bedeutung menschlicher Eingriffe.

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