Didaktische Kunst: Klimaflüchtlinge als moralische Nervensägen

Der dänische Künstler Jens Galschiot hat eine Gruppe von Bronzeskulpturen geschaffen, die als Klimaflüchtlinge auf einem Fischkutter von Hafen zu Hafen schippern. Diese allzu hübsche Installation, von der Ihr Euch in der Videothek bei Arte einen Eindruck verschaffen könnt, nervt doch ziemlich, weil sie eigentlich nur die Klischeebilder reproduziert, die uns die Flimmerkiste tagtäglich von Lampedusa oder der spanischen Mittelmeerküste vorspielt. Das vorbeituckernde Schiff wird zur putzigen Arche Noah, auf der friedlich traurige Menschen stehen. Wer allerdings die unmenschlichen Verhältnisse kennt, die auf solchen überfüllten Flüchtlingsbooten und in den europäischen Auffanglagern herrschen, wer um das dreckige Geschäft von Schlepperbanden und die Situation in den Ausgangsländern weiß, für den muß das Kunstwerk von Galschiot eher wie eine Touristenbelustigung wirken.

Ein Kommentar zu “Didaktische Kunst: Klimaflüchtlinge als moralische Nervensägen”

  1. Ruppe Koselleck sagt:

    Das Nachdenken über belustigte Touristen legitiert den Vorwurf der didaktischen Kunst. Ist das ein Vorwurf? Das Didaktische daran oder das Moralische darin? Galschiot strebt eine eindeutige Botschaft an – er will nerven und als Nervensäge Bewustsein schaffen. Wäre ein Performance mit echten Flüchtlingen besser? fragt sich Ruppe für den http://dermeisterschueler.de

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